TROCKENBAU

Dachgeschossausbau mit Gipskarton im Trockenbau
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Inhaltsverzeichnis:
  • Was ist Trockenbau?
  • Was sind Leichtbauwände?
  • Vor- und Nachteile einer Trockenbauwand:
  • Wie viel Belastung hält Trockenbau aus?
  • Trockenbau - Materialien und deren Verwendung:

Was ist Trockenbau?

Ist die Rede von Trockenbau, meint man in erster Linie, Ausbauarbeiten und Herstellung von Wänden aus Gipskarton. Das ist grundsätzlich richtig, denn der Begriff Trockenbau beschreibt ein Gewerk, in dem beim erstellen von Konstruktionen kein Beton gegossen oder wasserhaltige Mörtel angerührt werden. Fast jeder DIY-Heimwerker war oder kommt vermutlich irgendwann einmal in Berührung mit den Materialien und Arbeitsschritten im Trockenbau. Sei es beim Dachbodenausbau, begradigen von schlechtem Mauerwerk oder abhängen einer Zimmerdecke. Durch Trockenbau verändert man Grundrisse von Räumen, schafft Hohlräume und Doppelwände zum verbergen von Elektro- und Wasserinstallationen oder Innenwanddämmungen. Im Trockenbau erstellte Wände haben selber keine statische Funktion, belasten durch Ihr geringes Gewicht auch nicht die Statik der tragenden Wände (Massivwände) und können, wenn man den Grundriss seiner Wohnung verändern möchte wieder leicht entfernt werden. Z.B., wenn man einen größeren Raum durch einen Raumteiler in zwei Kinderzimmer aufgeteilt hat, ein oder beide Kinder das heimische Nest verlassen haben, und wieder ein größerer Raum gewünscht wird.

Was sind Leichtbauwände?

Der Querschnitt einer Trockenbauwand zeigt das Ständerwerk die Dämmung und Beplankung mit Gipskartonplatten
© Marcus Kretschmar/stock.adobe.com
Grundrisse verändern, neue Räume in alten Gemäuern schaffen mit Leichtbauwänden.

Eine neue Raumaufteilung, ein begehbarer Kleiderschrank, oder sogar ein weiteres Zimmer, ist mit der Stellung einer Leichtbauwand, auch für DIY Heimwerker kein Problem. Eine Leichtbauwand besteht aus einer Unterkonstruktion aus Holz oder Blechprofilen auch Trockenbauprofile genannt, welche ein- oder beidseitig meist mit Gipskartonplatten, Gipsfaserplatten oder auch OSB-Platten beplankt ist. Die Beplankung in Feuchträumen erfolgt hierbei mit imprägnierten Platten. Im Hohlraum der Leichtbauwände können leicht benötigte Strom- und Wasserleitungen verlegt werden. Für die Installation von Steckdosen verwendet man extra Hohlwanddosen. Für besseren Schallschutz oder zur Dämmung wird der Hohlraum in der Regel mit Dämmmaterial (Trennwandplatte) gefüllt. Auch der Einbau von Türen und Fenstern ist kein Problem. Und das beste ist, die Leichtbauwände sind so stabil, dass sie sogar Hängeschränke tragen können.

Vor- und Nachteile einer Trockenbauwand

Vorteile von Trockenbau

  • Günstiger als Massivbau.
  • Geringes Eigengewicht der Konstruktionen.
  • Wände sind beliebig positionierbar.
  • Bei Umbauarbeiten schnell errichtet, erweitert oder entfernt.
  • Grundrisse lassen sich leicht verändern.
  • Leichte und flexible Installationsmöglichkeiten für Sanitär und Elektrik im inneren von Wand und Decke.

Nachteile von Trockenbau

  • Kann keine statischen Aufgaben übernehmen.
  • Geringe Tragfähigkeit, benötigt eventuell zusätzliche Tragevorrichtungen, z.B. für einen Waschtisch oder WC.
  • Keine gute Schall und Wärmedämmung.
  • Schlechtere Brandsicherung als Massivwände.

Gute Schalldämmung ist aber auch im Trockenau durch den Einsatz von schallabdichtendem und zugleich wärmespeicherndem Material wie z.B. Steinwolle möglich.

Wie viel Belastung hält Trockenbau aus?

Die zulässige Belastbarkeit hängt in erster Linie von den verwendeten Dübeln ab und in zweiter Linie von der Beplankung.
Die maximale Belastung pro Laufmeter Gipskarton Wand beträgt unabhängig vom Dübel 40 kg.

  • Hohlraumdübel aus Kunststoff:
    Belastung m
    ax. 25 kg bei 1-lagiger Beplankung und max. 40 kg bei 2-lagiger Beplankung.
  • Hohlraumdübel aus Metall:
    Belastung max. 30 kg bei 1-lagiger Beplankung und max. 50 kg bei 2-lagiger Beplankung.
  • Kipp- bzw. Federklappdübel:
    Spezielle Dübel für Deckenkonstruktionen. Die maximale Belastung liegt bei 6 Kilogramm je Plattenfeld und Meter.

Trockenbau - Materialien und deren Verwendung

Das Ständerwerk
Ständerwerk einer Trockenbauwand mit Dämmung und Türausschnitt
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  • CW-Profile (Blechprofil):
    Ständerprofil welches am Boden und an der Decke befestigt wird.
  • UW-Profile (Blechprofil):
    Wandprofil welches in Verbindung mit dem CW-Profil der fachgerechten Erstellung einer Unterkostruktion (Ständerwerk) dient.
  • UA-Profile (Blechprofil):
    Trockenbau Blech-Profil für den Einsatz als seitlicher, stabiler Türpfosten bei Leichtbauwänden.
  • Türsturzprofil: (Blechprofil):
    Trockenbau Blech-Profil für den schnellen und einfachen Einbau von Türen in nichttragenden Leichtbauwänden.
  • Türpfosten-Steckwinkelsatz:
    Steckwinkel für die stabile Befestigung der Türpfosten (UA-Profil) mit dem CW-Profil im Bereich Decke und Boden und bei Erstellung einer stabilen Tragständerkonstruktion für die Vorwandinstallation von WC und Bidet in Verbindung mit UA-Profilen.
Deckenunterkonstruktionen
Zwei Handwerker  befestigen Gipskartonplatten an eine mit Blechprofilen abgehängte Zimmerdecke.
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  • Direktabhänger:
    Direktabhänger aus verzinktem Stahlblech werden direkt an der Decke befestigt und eignen sich für die Erstellung einer Holzlatten-Unterkonstruktion.
  • Schnellabhänger:
    Der Schnellabhänger ist ein Tragelement zur sicheren Verbindung von CD-Deckenprofilen mit Hilfe von Draht mit Öse zur stufenlosen Einstellung bei der Deckenabhängung.
  • UD-Wandanschlussprofil:
    Wandanschlussprofile UD werden im Deckenbereich an der Wand befestigt und sorgen so für einen soliden Halt der CD-Deckenprofile.
  • CD-Deckenprofil:
    Stabiles Grund- und Tragprofil bei der Deckenabhängung.
Weiteres, benötigtes Zubehör
  • Dichtungsband (einseitig klebend):
    Einseitig selbstklebender schalldämmender Dichtstreifen für Trennwandanschlüsse im Boden, Decken und Wandbereich. Die Schallleitung wird zwischen den Profilen und anderen Bauteilen gemindert.
  • Schnellbauschrauben:
    Schnellbauschrauben dienen hauptsächlich zur Befestigung von Gipskarton oder Gipsfaserplatte an der Unterkonstruktion. Schnellbauschrauben sind in der Regel mit einer schwarzen Phosphatschicht überzogen, die das Schraubenmaterial vor Korrosion schützt.
    Schnellbauschrauben mit Feingewinde verwendet man bei der Beplankung einer Unterkostruktion aus dünnwandigen Blechprofilen.
    Schnellbauschrauben mit Bohrspitze verwendet man bei der Beplankung einer Unterkostruktion mit besonders dickwandigen Blechprofilen z.B. Aussteifungs- oder Türprofile.
    Schnellbauschrauben mit Grobgewinde verwendet man bei der Beplankung einer Unterkostruktion aus Holzlatten.
  • Nageldübel:
    Nageldübel ermöglichen eine schnelle und stabile Montage von Unterkonstruktionen bzw. Trockenbauprofilen an Wand, Decke und Fußboden (nicht bei Fußbodenheizung).
  • Bauplatten:
    Es gibt unterschiedliche Bauplatten für den Innen- und Aussenausbau.
    Die Bauplatten bestehen in der Regel aus Gips, Gipsfasern, Zement oder Polystyrol-Hartschaum.
    Gipskartonplatten werden hauptsächlich für den Innenausbau verwendet und finden in spezieller Ausführung auch in Feuchträumen (grüne Platten) Ihre Anwendung.
    Gipsfaser- und Trockenestrichplatten eignen sich besonders für die Sanierung des Fußbodens.
    Polystyrol-Hartschaum ist zwar etwas teurer als eine einfache Gipskartonplatte, eignet sich aber durch Ihre gute Feuchtigkeitsresistenz, Dämmung und leichte Verarbeitung am besten für die Sanierung eines Feuchtraums oder Badezimmers.
Änderungsdatum: 14.11.2023 20:15

 

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt und anschließend redaktionell überarbeitet, das heißt Formulierungen angepasst, Sätze umgeschrieben und Verlinkungen ergänzt.
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