WANDGESTALTUNG mit TAPETE
Inhaltsverzeichnis:
- Soll ich tapezieren oder doch besser nur streichen?
- Tapezieren - Tipps und Wissenswertes:
- Vorbereitung zur Tapetenentfernung:
- Tapeten sauber entfernen..., gewusst wie!
- Wände richtig vorbereiten:
Soll ich tapezieren oder doch besser nur streichen?
Vor dieser Frage steht jeder, der seine "nackte" Wand begutachtet. Abgesehen vom Kostenaufwand ist der Zeitaufwand beim tapezieren meist etwas höher als das streichen der Wände. Auch die Position und Beschaffenheit der zu tapezierenden Fläche spielt bei dieser Überlegung eine Rolle. handelt es sich um eine Zimmerdecke, eine Dachschräge oder eine gerade Wand. Auch die Raumnutzung sollte bedacht werden. Eine Küche in der gelegentlich mit Wasserdampf oder Fettspritzern zu rechnen ist oder ein Badezimmer stellt ganz andere Ansprüche an eine Tapete als beispielsweise ein Schlafzimmer. Allerdings ist das Tapezieren im laufe der Zeit durch die vielen verbesserten und modernen Materialien auch für ungeübte DIY Tapezierer kein Hexenwerk mehr.
Was spricht für das Tapezieren:
- Große Flächen Ohne Winkel lassen sich Dank der Tapetenbahnen sehr schnell und einfach tapezieren.
- Tapeten gibt es in sehr vielen Mustern, Dekoren und Strukturen.
- Verwendet man qualitativ Hochwertige Vliestapeten, kann man diese einfach wieder trocken entfernen (bitte hierbei die Verarbeitungshinweise beachten).
Ein erneutes tapezieren ist dann ohne lästiges abkratzen der alten Tapete sofort wieder möglich.
Was spricht gegen das Tapezieren:
- Gerade bei dünnen Tapeten muss der Untergrund absolut glatt, ohne Löcher und möglichst hell sein, da Unebenheiten und dunkle Stellen sonst eventuell zum Vorschein kommen können.
Kleine Beschädigungen oder Risse in der Wand, kann man leicht mit einer geeigneten Spachtelmasse korrigieren.
Bei dunklen oder fleckigen Untergründen hilft das vorstreichen einer speziellen, weißen Tapeziergrundierung. - Bei hoher Luftfeuchtigkeit z.B. im Badezimmer, können sich Tapeten wellen oder von der Wand ablösen.
Allerdings gibt es auch hierfür spezielle Tapeten und den richtigen Kleister.
Tapezieren - Tipps und Wissenswertes
Auch beim Tapezieren gilt: Die zu tapezierenden Flächen müssen glatt, trocken und sauber sein. Des weiteren ist darauf zu achten, dass die Flächen gleichmäßig saugfähig sind.
Im Idealfall beziehst du einen Neubau, in dem sich außer Putz nichts auf den Wänden befindet. Auch hier solltest du die Wände nach kleinen Beschädigungen absuchen und eventuell mit etwas Spachtelmasse korrigieren.
In den meisten Fällen geht es allerdings um Wände, auf denen sich mindestens eine Tapetenschicht befindet. Gerade bei dünnen Mustertapeten wurden früher gerne mal zwei oder drei Schichten übereinander geklebt. Gerade dass rächt sich jetzt, indem du alle Schichten mühevoll entfernen musst. Auch das entfernen einer Raufasertapete welche bereits durch mehrmaliges überstreichen durch eine dicke Farbschicht versiegelt wurde, stellt dich eventuell vor eine große Herausforderung.
Wenn du mit dem Gedanken spielst, Omas Blümchentapete einfach mit einer Designtapete zu überkleben..., lass es, das überkleben von Tapete auf Tapete ist nicht zu empfehlen, weil sich durch die hohe Feuchtigkeit des Kleisters die alte Tapete wellen oder sogar ablösen könnte.
Benötigte Materialien und Werkzeuge
Wie viele Rollen Tapete benötige ich?
Berechnung Eurorolle (europäischen Norm):
Eurorollen sind 0,53 m breit und 10,05 m lang. Eine Rolle reicht also für ca. 5 qm Wand- oder Deckenfläche. Berechne die benötigte Rollenanzahl für die Wandflächen wie folgt: Raumumfang [m] x Raumhöhe [m] : 5 = Anzahl Europarollen
Berechnung Raufasertapete:
Raufasertapeten sind 0,53 cm breit und in längen von 25 m oder 33 m erhältlich. Eine Rolle mit 25 m länge reicht also für ca. 13 qm, eine Rolle mit 33 m länge für ca. 17 qm. Berechne die benötigte Rollenanzahl Raufasertapete für die Wandflächen wie folgt:
- (Rollenlänge 25 m) Raumumfang [m] x Raumhöhe [m] : 13 = Anzahl-Raufaser-Rollen mit 25 m
- (Rollenlänge 33 m) Raumumfang [m] x Raumhöhe [m] : 17 = Anzahl-Raufaser-Rollen mit 33 m
Die Berechnung erfolgt inklusive Fenster- und Türaussparungen als Sicherheitsreserve für den Verschnitt!
BENÖTIGTE MATERIALIEN und WERKZEUGE:
- Abdeckfolie* / Malerteppich oder Malerabdeckpapier
- Malerkrepp* / Krepp-Abdeckband
- Sprühflasche* und Spachtel*
- Tapeziertisch*
- Eimer*
- Tapezierbürste, Kleisterbürste* (Kleisterquast)
- Andruckrolle* und Andrückspachtel*
- Universal-Cuttermesser*
- Tapetenkleistergerät*
- Tapetenkleister* (entsprechend der gewählten Tapete)
- Tapete* (Berechnung der benötigten Rollen siehe oben)
- Tapeziergrundierung*
- Nadelwalze*
- Tapetenablöser*
Vorbereitung zur Tapetenentfernung
Checkliste Vorarbeiten:
- Schaffe dir Bewegungsfreiheit: Stelle alle Möbel, Fernseher, Lampen usw. in sichere Entfernung oder wenn möglich, in einen anderen Raum.
- Entferne vorsichtig Sockel-, Zier- und Stuckleisten
- Decke den Fußboden mit Folie ab: Zu empfehlen ist zusätzlich Malerteppich auch Malervlies (nicht zu verwechseln mit Malervlies, welches als Unterlage für Wandanstrich tapeziert wird) im Wandbereich auszulegen.
- Schalte den Strom ab (Sicherung raus!): Gefahr des Stromschlags durch Wasser, feuchte Tapeten oder Berührung.
- Entferne Lichtschalter und Steckdosen, damit du darunter befindliche Tapete beseitigen kannst.
- Halte Müllsäcke bereit um nasse Tapetenstücke sofort zu beseitigen. Gerade mit Dispersionsfarbe gestrichene und aufgeweichte Raufasertapeten können an den Schuhsolen klebend in der ganzen Wohnung Spuren hinterlassen.
Tapeten sauber entfernen..., gewusst wie!
Als erstes musst du dich vergewissern, auf welchem Untergrund die Tapete geklebt wurde. Handelt es sich um eine gemauerte, und verputzte Wand, kannst du ganz traditionell mit Nadelwalze und Wasser und einer Spachtel arbeiten. Handelt es sich um eine Leichtbauwand mit Beplankung aus Gipskarton ist absolute Vorsicht geboten. Übrigens werden Gipskartonplatten auch bei abgehängten Decken oder in Dachschrägen verwendet. Die Trägerschicht von Gipskarton ist ebenfalls aus Papier und kann durch den Einsatz einer Nadelwalze beschädigt werden. Die anschließende Bearbeitung mit viel Wasser tut dann ihr übriges.
Im Idealfall wurde die Trockenbauwand vor dem Tapezieren grundiert, was das ablösen der Tapete vereinfacht. Wurde aus Unwissenheit oder Sparsamkeit auf das grundieren verzichtet, musst du beim befeuchten der Tapete bzw. einweichen des Klebers, am besten Wasserdampf und sehr behutsam vorgehen.
Wurde die "verputzte" Wand mit einer Vliestapete tapeziert, kannst du mit ein bisschen Glück die Tapete Bahn für Bahn in einem Stück abziehen. Auch hier gilt: Wenn die Wand vor dem Tapezieren nicht grundiert wurde, kann das einfache trocken ablösen der Tapete problematisch werden und bei brüchigem Untergrund besteht die Gefahr, dass sich Teile des Putzes lösen und an der Tapete kleben bleiben. Um dies zu vermeiden, auch die Vliestapete mit einer Nadelwalze perforieren und mit Tapetenlöser befeuchten.
Wände richtig vorbereiten
Wenn du gerade deine alte Tapete entfernt hast, können wir das Thema mit der Vorbereitung zum sauberen und sicheren Arbeiten überspringen. Wenn nicht, siehe: "Vorbereitung zur Tapetenentfernung".
Wenn du ein gutes Ergebnis erzielen möchtest, ist eine gute Vorbereitung der Wand absolut wichtig. Die Grundregel zum tapezieren besagt, dass die Wand sauber, glatt, trocken, gleichmäßig saugfähig und der Belag (Putz usw.) fest sein muss.
Beton und verputzte Flächen
Untersuche die Wand auf Löcher, Risse und Fugen welche du vor dem Tapezieren mit Spachtelmasse verschließen musst. Nach dem trocknen die gespachtelten Flächen glattschleifen und anschließend die Wand grundieren.
Trockenbau
Achte darauf, dass alle Nagel- und Schraubenlöcher gespachtelt und Fugen mit Glasfasertape und Spachtelmasse verschlossen und geschliffen wurden. Verwende bei Beplankung mit Gipskartonplatten eine spezielle Grundierung (Tiefengrund) um bei der anschließenden Beschichtung mit Tapeten ein gutes Ergebnis zu erhalten. Das gleiche gilt bei Holzfaser- oder Holzspanplatten, allerdings verwendest du hier am besten Alkyd-Grund als Grund- und Zwischenbeschichtung.
Prüfe Wand und Decke auf:
1. Feuchtigkeit
Dunkle Verfärbungen bei älteren Gemäuern auf Beton oder Putz, lassen bereits Augenscheinlich Feuchtigkeit erkennen.
Sollten dunkle Flecken, Schimmelpilze oder Stockflecken auf der alten Tapete zu sehen sein, kannst du ebenfalls davon ausgehen dass die Wand feucht ist.
Aber auch neu verputzte Flächen können noch eine gewisse Restfeuchte enthalten.
Ob die Wand tatsächlich feucht ist, kannst du mit der sogenannten "Folienprobe" herausfinden. Klebe hierzu ein Folienstück mit Klebeband auf die zu prüfende Fläche. Sollte sich am nächsten Tag Kondenswasser hinter der Folie befinden, musst du dafür sorgen, dass die Feuchtigkeit vollständig abtrocknen kann. Sollte es sich um aufsteigende oder durchschlagende Feuchtigkeit handelt, welche durch eventuelle Baumängel entsteht, Ist kein ordnungsgemäßes Tapezieren möglich.
In diesem Fall muss erst die Ursache der Feuchtigkeit erkannt und beseitigt werden!
Es empfiehlt sich in diesem Fall die Verwendung und ausgiebige Prüfung mit einem Feuchtemessgerät.
2. Tragfähigkeit und Festigkeit
Prüfe die Wand auf Tragfähigkeit.
Wische mit der flachen Hand über die Wand. Ist deine Handfläche anschließend weiß, kann Farbe oder eine Tapete nicht an der Wand halten. In diesem Fall musst du die Wand mit einer Bürste Reinigen und anschließend grundieren.
Prüfe die Saugfähigkeit der Wand.
Streiche mit einem Schwamm oder Tapetenquast etwas Wasser auf die Wand. Wird das Wasser schnell aufgesaugt und die Wand verfärbt sich dunkel, ist die Wand zu stark saugend. In diesem Fall musst du entweder die Wand vorkleistern und trocknen lassen oder für eine gleichmäßige und reduzierte Saugfähigkeit die Wand mit Grundierung vorstreichen.
Prüfe die Haftfähigkeit der Wand.
Am besten prüfst du die Haftfähigkeit, indem du ein Stück gut haftendes Kreppband an verschieden stellen der Wand aufklebst, und dann wieder ruckartig abziehst. Befinden sich kleine Putz- oder Farbstückchen am Kreppband, musst du die Wand abschleifen und anschließend kleine Löcher und Abplatzer in der Wand spachteln und die Wand ebenfalls grundieren.
| Änderungsdatum: | 14.11.2023 19:33 |
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt und anschließend redaktionell überarbeitet, das heißt Formulierungen angepasst, Sätze umgeschrieben und Verlinkungen ergänzt.
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